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05.09.2019

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Bericht Schwalbe-TOUR-Transalp 2015

Jeder Radsportler sucht immer wieder neue und interessante sportliche Herausforderungen. Ich habe mir dafür die 13. Auflage der Schwalbe-TOUR-Transalp ausgesucht. Als nicht unbedingt begnadetem Bergkraxler war es spannend eine Etappenfahrt über 7 Tage mit 886 Kilometern, 19.152 Höhenmetern und 21 Alpenpässe in Angriff zu nehmen. Als Partner habe ich mir über die Fahrerbörse der Transalp einen Partner gesucht und mit Jens Binder vom RC Gera 92 e.V. einen bereits Transalp erprobten Partner gefunden. Es war auch spannend, da wir uns vor der Transalp nur vom Telefon und Mail kannten, es hat jedoch super funktioniert und wir haben perfekt harmoniert. Und so hat das Team “Ösi & Ossi“ gemeinsam die Herausforderung Transalp 2015 in Angriff genommen.


Nach der Anreise am Samstag, 27.07.2015 nach Sonthofen und dem Kennenlernen des Teamkollegen ging es dann am Sonntag, den 28.07.2015 endlich los.


Tag 1: Sonthofen – Imst / 121km / 2.430HM (Oberjoch / Namlos-Sattel / Hahntennjoch):

Nach einem flotten und nicht sehr schweren Beginn über das Oberjoch und das Tannheimer Tal ging es nach Reutte. Dann in die Zugspitzarena nach Bichlbach und über den Anstieg nach Berwang hinunter nach Stanzach und über das Hahntennjoch nach Imst. Das Zusammenspiel mit Jens hat auf Anhieb sehr gut funktioniert, das Wetter war sehr angenehm und die Etappe war somit ein super Auftakt.


Tag 2: Imst – Davos / 135km / 3.282HM (Pillerhöhe / Flüelapass):

Ein absoluter Höhepunkt an dem Tag war der Start. In Imst waren die Straßen voller Zuschauer, alle Schulen und Kindergärten und alle verfügbaren Menschen waren mit Fahnen am Straßenrand und haben uns angefeuert, das war echtes Profi-Feeling mit Gänsehaut. Durch Imst war das Feld noch neutralisiert und dann folgte der Anstieg zur Pillerhöhe und nach der Abfahrt durch Kauns ging es in Richtung Schweiz. Nach dem Überqueren der Grenze weiter nach Scuol und dann über ein paar kürzere aber knackige Anstiege durch schöne Schweizer Alpendörfer wie Ftan, Ardez oder Bos-Cha. Nach einer kurzen Abfahrt geht es dann nach Susch und hinein in den letzten Pass des Tages, den Flüela. Ein wunderschöner Anstieg mit einem kräftezehrenden Gegenwind auf den letzten 2 Kilometern bis zur Passhöhe. Noch schnell ein Foto am Gipfel und dann hinunter zum Tagesziel nach Davos und das alles bei Traumwetter. Die Pasta-Party im Kongresszentrum Davos, wo immer das Weltwirtschaftsforum stattfindet war ein sehr würdiger Abschluss dieses Tages.


Tag 3: Davos -Livigno / 133km / 3.073HM (Julierpass / Berninapass / Forcola di Livigno):

Nach einer neutralisierten Abfahrt von Davos und zwei kurzen Anstiegen geht es zum tiefsten Punkt an diesem Tag nach Tiefencastel. Darauf folgt ein 40km Anstieg vorbei am Marmorera Staudamm hinauf auf den Julierpass. Nach einer Abfahrt bis Silvaplana folgt ein flaches Teilstück durch das berühmte St. Moritz um gleich darauf den von dieser Seite sehr schön zu fahrenden Berninapass in Angriff zu nehmen, wo wir auch den Bernina Express als kurzzeitigen Begleiter hatten. Nach einer kurzen Abfahrt waren wir dann auch schon am letzten Anstieg des Tages, der Forcola di Livigno. Ein nicht sehr langer aber steiler Anstieg bevor es auf die Abfahrt ins Etappenziel in den netten Ort Livigno geht, wo wir im Zielsprint noch 2 Plätze gutmachen konnten und im Ziel mit sehr gutem italienischen Schinken und Parmesan belohnt wurden. Leider haben sich bei meinem Hinterrad ein paar Speichen gelockert und ich musste die Abfahrten des Tages etwas vorsichtiger angehen, da durch das Schleifen der Bremsbeläge dann auch das Laminat der Felge etwas gelitten hat habe ich mir vom Werkstatt-Team für den Rest der Woche ein neues Hinterrad leihen müssen.


Tag 4: Livigno - Aprica / 143km / 3.475HM (Passo d’Eira / Passo Foscagno / Gaviapass /  Passo Mortirolo / Aprica):

Die Königsetappe der Transalp 2015: Nach zwei kleinen aber knackigen Anstiegen am Beginn geht es nach einer langen Abfahrt in den berühmten Skiort Bormio und dort beginnt der Anstieg zum höchsten Punkt der Tour, dem Gaviapass auf 2.621 Meter Seehöhe. Die Abfahrt nach Ponte di Legno auf engen winkeligen Straßen und vielen uneinsichtigen Kurven und Tunnels war auch eine Herausforderung aber der Ausblick auf die Berge bei klarer Sicht und traumhaftem Wetter war überwältigend. Unten angekommen geht es dann in den berühmten Mortirolo, der von dieser Seite zwar weniger steil ist, jedoch trotzdem mit selten einstelligen Steigungsprozenten für meinen Geschmack ausreichend schwer war. Oben angekommen geht es über einen schönen Höhenweg kupiert bis zur Abfahrt bevor der Schlussanstieg nach Aprica den Tag würdig enden lässt. Ab dem Tag hat sich leider mein rechtes Knie bemerkbar gemacht, mit ein bisschen Salbe und Medizin hat das aber nicht gestört um weiter voll motiviert jeden Tag am Start zu stehen.


Tag 5: Aprica - Kaltern/ 136km / 2.404M (Passo Tonale / Mendelpass):

Auf die Königsetappe folgte ein laut Höhenprofil nicht so schwerer Tag. Nach der Abfahrt aus Aprica hinunter nach Edolo folgt der 30km lange Anstieg auf den Passo Tonale, der mit moderater Steigung sehr schön zu fahren ist. Nach der schnellen Abfahrt auf einer breiten Straße in das Val di Sole geht es weiter durch Obstgärten in das Val di Non und durch etwas hügeliges Gelände nach Fondo wo der Schlussanstieg auf den Mendelpass beginnt. Dieser ist wie auch schon der Passo Tonale sehr angenehm zu fahren. Oben angekommen geht es dann sofort wieder in flottem Tempo ins Ziel nach Kaltern, wo wir die Räder über Nacht im Bikepark einlagern, dieser ist in einer großen Weinkellerei und die Räder werden zwischen den Weintanks abgestellt. Untergebracht sind wir in Auer im wunderschönen Hotel Markushof wo wir am Abend noch mit einigen Kollegen aus anderen Teams den Pool genießen können. Wir beschließen an diesem Tag die Pasta-Party auszulassen und anstatt der täglichen Nudeln endlich Fleisch zu essen.


Tag 6: Kaltern – Trento / 126km / 2.219M (Passo del Redebus / Vigolo Vattaro):

Wir starten aus Kaltern vorbei am Kalterer See mit einem fast 30km langen Flachstück, auf dem ordentlich Tempo gemacht wird. Über einige teils steilen Passagen durch die Weinberge geht es dann weiter in Richtung Val di Fiemme und ab Sover beginnt der Aufstieg zum Passo del Redebus, der in Stufen mit abwechselnd Flachstücken und sehr steilen Rampen keinen Rhythmus zulässt. Außerdem ist es an diesem Tag sehr heiß und jeder Brunnen wird genutzt um sich abzukühlen. Der Anstieg liegt zum Großteil in der Sonne und Temperaturanzeige am Garmin zeigt bis zu 38°C und als wir die Verpflegungsstelle kurz vor dem Pass erreichen sind fast alle froh über ein bisschen Schatten und kalte Getränke. Nach der Abfahrt gibt es noch ein kurzes Flachstück vorbei am Lago di Caldonazzo und dann über den letzten etwas kürzeren Anstieg über Vigolo Vattaro in Richtung Ziel. Die schwarzen Wolken die kurz vor der Zieldurchfahrt bringen uns noch 2km vor dem Ziel ein Sommergewitter mit kräftigem Wind und ein wenig Regen, was jedoch nicht störend ist nach dem heißem Tag. Nach der Zieldurchfahrt geht es gleich zum Schutz vor dem Gewitter in ein Gasthaus wo wir uns mit einem Capuccino belohnen.


Tag 7: Trento – Arco / 91km / 2.269M (Vigolo Vattaro / Passo Bordala / Santa Barbara):

Und damit beginnt auch schon der letzte Tag der Transalp gleich mit einem kurzen Anstieg und dann durch hügeliges Terrain nochmals hinauf nach Vigolo Vattaro und hinunter ins Etschtal. Nach einem kurzen Flachstück beginnt der Anstieg zum Passo Bordala. Zunächst ein sehr anspruchsvoller Teil bis zum Lago di Cei und nach einem kurzen Stück zum Luft holen hinauf auf die Passhöhe. Als wir bei der Verpflegungsstation unsere Trinkflaschen befüllen fliegt im Tiefflug der Rettungshubschrauber über uns in Richtung der Abfahrt. Als wir einige Kilometer später in der Abfahrt sind bestätigt sich die Vermutung, ein Teilnehmer ist gestürzt und wird zur weiteren Behandlung von der Rettung abtransportiert und das 20km vor dem Ziel, das ist bitter. Weiter geht es noch ein Stück bergab bis Ronzo-Chienis und über die letzten 230 Höhenmeter hinauf nach Santa Barbara bevor wir in die Abfahrt in Richtung Arco kommen, wo wir nach ein paar Kilometern erstmals den Gardasee sehen können. Über die kurvige Bergstraße geht es nochmals voll konzentriert hinunter Richtung Ziel und dann ist es geschafft. Die Zeitnahme außerhalb von Arco, eine kurze Pause um sich für die Zieldurchfahrt noch hübsch zu machen und dann ab in Richtung Ziel. Auf einer kleinen Allee auf Kopfsteinpflaster geht es dann durch jubelnde Menschen durch den Zielbogen, gemeinsam mit dem Kollegen, mit dem man die letzten 7 Tage dieses Erlebnis geteilt hat. Das Ziel ist erreicht, alle 7 Etappen wurden beendet und die Platzierung ist mit Platz 372 Gesamt und 145 in der Klasse Masters auch zufriedenstellend.

 


Insgesamt war es ein tolles Erlebnis bei dem ich viele netten Menschen aus vielen Ländern  kennengelernt habe und es hat riesigen Spaß gemacht. Die Eindrücke die gesammelt wurden von der Landschaft, den Teams untereinander und die sportliche Herausforderung machen die Transalp zu einem unvergesslichen Erlebnis, dass ich nur weiterempfehlen kann. Die Organisation ist spitze, es funktioniert alles reibungslos, egal ob auf der Strecke, bei den Verpflegungsstationen, die Organisation mit den Hotels und dem Gepäcktransport. Es ist perfekt geplant und auch so umgesetzt.


Nun stellt sich nur noch eine Frage: Was wird das Ziel 2016 sein … ?

Bericht von Christoph Ungersböck - VCS